"Meine Eltern haben uns ein heft gegeben, wo sie jeden Tag eine Seite tschechische Wӧrter geschrieben haben, die wir auswendig lernen mussten. Und so hat man tschechisch gelernt. Als Kind lernt man schneller, ich muss ganz normal tschechisch gesprochen haben. Ich erinnere mich nämlich, nicht lang bevor wir ausgesiedelt wurden, waren wir im Kino mit der Klasse, ich sass neben meiner Lehrerin. Wir haben uns ein bisschen privat unterhalten und ich sagte: Ende Juni werden wir ausgesiedelt. Sie sagte: Was, ihr werdet ausgesiedelt? Ich dachte, ihr werdet um die tschechische Staatsbürgerschaft ansuchen! Und es wäre für meinen Vater mӧglich gewesen. Er hat das Forstamt noch weitergeleitet, die tschechischen Kollegen, die kamen, waren seine Studiumkollegen und die kannten sich im Erzgebirge nicht aus. Aber mein vater hat gesagt: nein, wir müssen im grossen Haufen bleiben und die Leidensgeschichte mitmachen."
"Der Termin wurde festgelegt, es war der 27. Juni 1946. Der Forstamt hatte die Pferde und die Fahrwerke, also ein grosser Pferdewagen gepackt wurde, bis oben. Meine Mutter hat viel mehr mitgepackt, als wir eigentlich mitnehmen durften. Wir durften als Gruppe nur 50 kg mitnehmen. Dann haben meine Eltern überwiegend die Sachen in Säcke getan, weil dann haben wir das Gewicht der Kisten nicht mitgazahlt, wir hatten Reiskorb, wie man das nannte, aus Wiedenzweigen, vierecking und konnte geschlossen werden, da sind Sachen gekommen, die zerbrechlich waren. Und diese Pferde waren bis oben geladen und oben lag noch unser Rodelschlitten und es war unser Stolz. Und diese Rodel, das war das erste, was sie uns im Lager genommen haben."
"Mein Vater hatte eine tschechische Uniform als Oberleutnant gepackt. Es musste alles aufgemacht werden und dann ist der Wache auf diese Uniform gestossen. Da hat mein Vater sie ihm geschenkt. Er hat sich sehr gefreut, er hatte auch eine ungefärbte SS Uniform und so hatte er endlich eine richtige tschechische Uniform."
"In die dritte Klasse wollte ich in Thalkirchdorf und da war der Hauptgegner der Pfarrer. Das ist ganz interessant, hӧŕt man von Anderen auch. Die Pfarrer waren konservativ und wir kamen als Flüchtlinge rein, als Fremde und er wollte besonders daran achten, dass seine Gemeinde homogän bleibt. Mein Vater ist am ersten, zweiten Tag, als wir da waren, zum Pfarrer gegangen und wollte sich da vorstellen. Und er machte die Tür auf: „Nein, ich habe schon Flüchtlinge, ich brauche keine Flüchtlinge!“ Es war also die Begrüssung durch den Ortspfarrer. Und der Pfarrer war also dagegen, dass ich in die dritte Klasse komme."
Peter Linhart se narodil 19. dubna 1938 v Dobřanech u Plzně Friedrichovi a Angele Linhartovým. Do svých osmi let žil v Nejdku v Krušných horách, kde jeho otec působil jako lesmistr. Maminka studovala medicínu, kvůli sňatku ale studium nedokončila. Otec, nadporučík československé armády, v roce 1938 mobilizoval, což mezi českými Němci rozhodně nebylo pravidlem. Za války odmítl aktivně spolupracovat s vládnoucím režimem a byl odvelen na frontu. Na poválečné období pamětník vzpomíná jako na dobu strachu, kdy byl život českých Němců omezován různými zákazy a příkazy. Peter po válce navštěvoval českou školu, otec uměl plynně česky a jako vykonavatel potřebné profese v Nejdku měl velké šance získat české občanství, ovšem nezažádal si o něj. Rozhodl se nést osud ostatních českých Němců, a tak rodina 27. června 1946 přesídlila do Německa. Od té doby už otec česky nikdy nepromluvil. Peter Linhart vystudoval medicínu a pracoval mimo jiné i v Americe v nemocnici v chudinské čtvrti. Oženil se, má tři děti. Dnes lituje toho, že se doma přestalo mluvit česky. Vidí velkou naději na usmíření v zájmu mladé generace Čechů o otázky poválečného odsunu Němců.